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Darstellendes Spiel

Vorstellung

Fachbereichsleitung: Karin Wolf

 

Seit dem Schuljahr 2005/06 können rheinland-pfälzische Gymnasien das Fach Darstellendes Spiel (DS) als Wahlpflichtfach im Grundkursbereich gleichberechtigt neben Musik und Bildende Kunst anbieten. Unsere Schule war eines von 5 Gymnasien im Land, die dieses Angebot als erste für ihre Schülerinnen und Schüler eingerichtet haben.

Wie arbeiten wir im DS-Unterricht?

Das Fach DS, das an Integrierten Gesamtschulen unseres Landes schon seit 1996 angeboten wird, war bereits in seinen Anfängen progressiv und innovativ, da es die Forderungen nach einer veränderten Lernkultur in die Unterrichtspraxis umgesetzt hat. So wird stets handlungsorientiert und in Projekten gearbeitet. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei die permanente Arbeit an der Festigung der Gruppe ein, da wir nur als gut funktionierendes Team Ergebnisse zustande bringen. Der Unterricht ist somit geprägt von Warm-up-Phasen, Vertrauensübungen und inhaltlicher Arbeit in Kleingruppen, deren Ergebnisse in der Großgruppe präsentiert und reflektiert werden.

Was lernen Schülerinnen und Schüler über Theater?

Innerhalb der einzelnen Projekte arbeiten wir zu Themen oder Texten, die in der Regel von den Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen werden. Die Projekte münden in der Regel in ein szenisches Stück, das die Lerngruppe selbst entwickelt. Eingebunden in diese jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte erfolgt eine sukzessive Annäherung an das, was Theater ausmacht:

  1. Die verschiedenen Ausdrucksträger: Auf den Spieler bezogene Elemente (Körper, Stimme, Sprache), Bühnenspezifisches (Kostüm, Maske, Requisit, Raum, Kulisse, Licht) und akustische Elemente (Geräusch, Klang, Musik) werden erprobt und in ihrer Wirkung reflektiert.

  2. Strukturen und Inhalte: Inhaltliche Kategorien (Epochen, Stoffe, Themen...), Bauformen (gebundene und freie Formen) und Spielvorlagen (dramatische, nichtdramatische und eigene) werden in Zusammenhang gebracht mit möglichen Spielformen (körper-, text-, musik-, figural- oder medial orientiert).

  3. Ästhetische Gestaltung: Auf dieser Ebene versuchen wir Einzelszenen bzw. Szenenabfolgen wirkungsvoll zu gestalten und inszenatorische Entscheidungen zu treffen und zu begründen.

  4. Ästhetische Wahrnehmung: Wir arbeiten ständig sowohl auf produktionsästhetischer- wie auf rezeptionsästhetischer Ebene. Das heißt, wir versuchen ästhetisch wirkungsvoll zu gestalten, wahrzunehmen und uns zu erklären, warum uns etwas auf bestimmte Art und Weise anspricht.

  5. Theaterkunde: Natürlich spielt auch das Wissen um Theatertradition und -entwicklung eine Rolle bei den eigenen Versuchen theatraler Umsetzung von Intentionen.

 

Was bringt das Fach DS den Schülerinnen und Schülern?

Didaktischer Hintergrund

Durch das Fach DS kommen die Schülerinnen und Schüler sowohl als Produzenten als auch als Rezipienten mit einer zentralen Kunstform unserer Gesellschaft in Berührung. Dadurch, dass sie sich in kreativen Lernprozessen auf Ungewohntes einlassen und somit über die Wirklichkeit ihres Alltags hinausgelangen, werden sie offen für kulturelle Vielfalt. Sie entwickeln eine besondere Selbstwerterfahrung und die Fähigkeit sich in der Kommunikation darüber auszutauschen.

Der DS-Unterricht trägt in hohem Maße dazu bei, dass unsere Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, die zukunftsfähig und emanzipatorisch sind. So fördert das Fach unter anderem die Imaginationsfähigkeit, also die Fähigkeit, sich etwas vorzustellen und sich so in Menschen, Situationen, Räume, Dinge usw. hineinzuversetzen. Dies geschieht unter anderem durch das Erfinden von Rollen, Situationen, Konflikten, Lösungen etc., wodurch auch eine weltoffene Grundhaltung und die Toleranz gegenüber Fremdem angebahnt werden.

In der szenischen Gestaltung erschaffen die Schülerinnen und Schüler eine zweite Welt des "als ob", in der sie unbeschadet Erfahrungen machen, Handlungsweisen erproben und so ihre Persönlichkeit weiterbilden können. Durch das Schaffen eines Kunstwerks machen sie ihrem Publikum Deutungsangebote, denen eine kritische Auseinandersetzung mit Welt und Umwelt vorangegangen ist und die für den Rezipienten genügend Leerstellen zur Reflexion beinhalten - ein handlungsorientiertes produktives Arbeiten auf hohem intellektuellem Niveau. 

Ferner entwickeln sie durch die für DS typische Unterrichtsform, nämlich die Arbeit in Kleingruppen, die Fähigkeit, Probleme gemeinsam zu lösen. Durch ständiges Ausprobieren, Beurteilen, Verwerfen und Entscheiden lernen sie, die Sache in den Vordergrund zu stellen und Ziele in Zusammenarbeit mit anderen zu verfolgen und zu erreichen.

Aussagen von Schülerinnen und Schülern

"Es ist nicht einfach, Kritik anzunehmen und sich von Außenstehenden, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben, sagen zu lassen, dass am eigenen "Baby" einiges geändert werden muss. Ich bin andererseits sehr froh um diese Erfahrung, denn solche Situationen werden uns immer wieder im Leben begegnen und es ist wichtig, dass man damit umgehen kann. Kritik (...) ist ein wichtiger Erfahrungswert und durch diese hat man die Chance, sich weiterzuentwickeln." Außerdem stellt sie nach Veränderungsvorschlägen durch ihre Mitschüler fest: "Über die Veränderungsvorschläge bin ich ganz glücklich, da sie eine deutliche Verbesserung sind."

(Isabel Hayn, MSS 12 im Schuljahr 2006/07)


Dass die szenische Arbeit zudem eine Menge Spaß macht und neben der Kommunikationsfähigkeit auch den Gemeinschaftssinn fördert, ist ebenfalls ein wichtiger Punkt bei der Frage nach dem Erreichen von Lernzielen und persönlichen Lernerfolgen: "Wir sind jetzt so vertraut, dass Meinungsverschiedenheiten eher zu besseren Ergebnissen führen als zu Streit."

(Charlotte Holler, MSS 12 im Schuljahr 2006/07)

 

Veranstaltungen

 

Bilder

DS Aufführung 13/14DS Aufführung 13/14
DS Aufführung 3DS Aufführung 4

 

Pressetexte

Zahlreiche Texte unserer Tageszeitung "DIE RHEINPFALZ" wurden zu den verschiedenen Theaterstücken verfasst.

DIE RHEINPFALZ, am 12.12.2011

2011-12-12-MemoryKriegimKopfVorankuendigung

DIE RHEINPFALZ, am 24.11.2012

2012-11-24-UndueberallemeiertderBlauePlanet

Weitere Pressetexte

 

Autor: Karin Wolf