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Das Sams wird 30 – und unsere Unterstufenklassen feiern mit

Kann Kinderliteratur die Welt verändern? Mit diesen Worten werden die Besucher der großartigen Ausstellung im historischen Museum Speyer begrüßt. Die Welt können Bücher vielleicht nicht ändern, aber das Leben von lesebegeisterten Kindern und Jugendlichen sicherlich enorm prägen und mit Freude und Abenteuern bereichern.

So war auch die Begeisterung unserer 5. und 6. Klassen groß, die in den ersten zwei Dezemberwochen im Zuge des Deutschunterrichtes gemeinsam mit ihren Deutschlehrerinnen die Ausstellung „Das Sams und die Helden der Kinderbücher“ besuchten.

Nachdem das Sams zu seinem 30. Geburtstag und dessen „Papa“, der Autor Paul Maar, zum 80.Geburtstag einige Kinderbuchhelden an einer bunten Kaffeetafel begrüßt hatten und die Schülerinnen und Schüler dem speziellen kulinarischen Geschmack der literarischen Figuren auf den Grund gekommen waren, bestaunten und erforschten wir die Nachbauten der kurioser Sams-Erfindungen wie die Regenschirm-Mach-Maschine, die Knackwurst-Bring-Anlage oder die legendäre Wunschmaschine. Bei Pipi Langstrumpfs Pferd „Kleiner Onkel“, konnten die Kinder ihre Kräfte messen; der Traum, einmal so stark zu sein wie Pipi, wurde hier wahr. Die Werke und Figuren von Astrid Lindgren und Paul Maar verzaubern Kinder seit Generationen und unsere Schülerinnen und Schüler erfuhren in der Ausstellung, dass dies wohl auch in der recht entbehrungsreichen und vom Krieg geprägten Kindheit der Autoren begründet liegt – Kindern ein friedliches und gewaltfreies, fantasievolles Miteinander zu ermöglichen und für sie aus ihrem Blickwinkel zu erzählen, war und ist den beiden Autoren ein Anliegen. Außerdem wurde deutlich, wie beide Autoren mit der Sprache spielen.

Weiter ging es in der Ausstellung zu Erich Kästner, wo die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Leseerfahrungen aus dem Deutschunterrichtes anbringen konnten, in welchem gerade „Emil und die Detektive“ gelesen wurde. Auch hier zeigte sich, dass trotz teils unbekannter Wörter wie „Kanaille“ und „ondulieren“ Kästner Kinder immer noch begeistern kann. Dessen Aktentasche und das Originalskript zu „Pünktchen und Anton“ waren für die Schülerinnen und Schüler wegen des für Sie enormen Alters von großem Interesse.

Die Zauberwelt, welche im Museum rund um die kleine Hexe und den kleinen Wassermann gestaltet wurde, erzeugte große Augen. Erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei Otfrieds Preußlers kleiner Hexe, dass er seinen eignen Kindern mit der Erzählung die Angst vor Hexen nehmen wollte und zeigen wollte, wie unterschiedlich das Wörtchen „gut“ aufgefasst werden kann, verzauberte die Unterwasserwelt des kleinen Wassermanns ohne viele Worte.

Dass man im Mittelalter bis zu 500 Schafe benötigte, um ausreichend Pergament für ein Buch in der Dicke des Romans „Der kleine Ritter Trenk“ (von Kirsten Boie) herstellen zu können und dass zu dessen Zeit besonders zerbrechliche Waren in Butter gepackt transportiert wurden, was uns heute noch in dem Ausspruch „alles in Butter“ erhalten ist, zeigte den Kindern die Schreibstube des Ritter Trenks.

Nach einer Phase der Ruhe wurde es gruseliger und wilder, als die Kinder sich zu Gast beim kleinen Vampir (von Angela Sommer-Bodenburg) selbst als Blutsauger in einen Sarg legen konnten und anschließend auf der Müllhalde der Olchis (von Erhard Dietl) selbst oberolchige Schimpfwörter generieren konnten.

Zum Abschluss bewiesen die Schülerinnen und Schüler noch ihr zum Teil erstaunlich großes Wissen zu Kinderbuchheldinnen und -helden am Caesaren Rad, wo es darum ging, literarische Figuren anhand einer Kurzbeschreibung uns eines Buchstabencodes zu erraten.

Und was hat am besten gefallen? – eigentlich alles!

Autor: Stefanie Sauter