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Die Häuserkonzeption unserer Schule

Im Zuge der Fertigstellung des G8-Erweiterungsbaus mit Klassenräumen, Rechercheraum, MSS-Arbeits- und Aufenthaltsraum sowie einem Schülerruheraum im Dezember 2012 hat die Schule eine neue in Deutschland eher selten zu findende Häuserkonzeption entwickelt.

So sind alle Klassen mit denselben Buchstaben (a,b,c,d) zu einer pädagogischen Einheit in einem bestimmten Bereich des Schulgebäudes zusammengefasst, die aus fünf Jahrgängen zu je ca. 25 Schülerinnen und Schülern besteht. Diese Zusammen- legung der verschiedenen Altersstufen in einem Haus wird das Zusammenleben und das Zusammenarbeiten in der Schule sicherlich unterstützt.

Es liegt uns sehr am Herzen, dass der Aspekt des Wohlfühlens in der Lernumgebung als wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen erlebt wird. Um dieser Her- ausforderung an uns zu als Ganztagsgymnasium zu begegnen, versuchen wir seit Januar 2013 mit dem Konzept der ,, pädagogischen Häuser'' einen für uns alle neuen und spannenden Weg zu beschreiten.

Dabei behalten die Klassen ihren Saal von Jahrgang 5-9 nach Möglichkeit durch- gehend und integrieren die jedes Jahr dazu kommenden jüngsten Schülerinnen und Schüler in ihrem Haus.

Jedes Haus wird von jeweils zwei Lehrkräften, der ,, Hausleitung'' , gemeinsam mit den Klassenleitungen intensiv betreut.

Das Häuserkonzept bietet unteranderem folgende Vorteile:

 

  • Klassensprecherversammlungen in einem Haus werden regelmäßig durchgeführt, um Probleme, die im Alltag eines Ganztagsbetriebs auftreten, schnell zu lösen;
  • in der Integrationsphase helfen die Schülerinnen und Schüler aus der 9. Klasse "ihren" neuen 5. Klässlern in ihrem Haus beim Kennenlernen des neuen Schulgebäudes und geben Tipps zur Mittagspausengestaltung;
  • unter dem Motto "Groß hilft Klein" werden hausintern Unterstützungsmaßnahmen angeregt und durchgeführt;
  • Exkursionen mit allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern eines Hauses fördern den Zusammenhalt im Haus;
  • Aktionstage und Projekttage können in diesem kleineren Rahmen langzeitig große Wirkungen für die Schülerinnen und Schüler entfalten.

Um die Häuser nicht mit "A, B, C, D" , wie in anderen Institutionen, zu bezeichnen, hat das Lehrerkollegium nach Vorschlägen für die Namen gesucht und sich dann in einer Wahl für die Häuser
Heidelberg, Berlin, Freiburg und Marburg entschieden.

Es handelt sich hierbei um deutsche Städte, in denen unsere Namensgeberin Hannah Arendt gelebt, gelernt und gelehrt hat, bevor sie 1940 vor den Nationalsozialisten über Frankreich in die Vereinigten Staaten flüchtete. Das Leben von Hannah Arendt, das wir durch große Aktionstage den Schülerinnen und Schülern nahebringen möchten, soll somit noch mehr in der Gedankenwelt verankert werden.
Alle Klassen eines Hauses sind in einem Bereich des Schulgebäudes untergebracht und haben von der 5.- 9. Klasse denselben Klassenraum. Die konkreten Informationen zu den einzelnen Häusern findet man auf den einzelnen Häuserseiten.

Die Arbeit an diesem pädagogischen Konzept ist ständig im Fluss, um auf aktuelle Belange ( z.B. Flüchtlingsproblematik) und auf die Anforderungen an die Lerngegebenheiten unserer Schülerinnen und Schüler adequät reagieren zu können und dem Zusammenleben im Ganztagsgymnasium eine neue Ausrichtung zu geben.

Im Blick haben wir dabei die Worte von Hannah Arendt: ,, ohne Geländer denken''

Hausname Hausleitung Hausfarbe Klassen
Heidelberg Frau Martens und Herr Grehl rot a-Klassen
Berlin Frau Wolf und Herr Hanebauer grün b-Klassen
Freiburg Herr Beck gelb c-Klassen
Marburg Frau Hodapp und Herr Strauß blau d-Klassen
 Schild Haus Heidelberg
Schild Haus Berlin
Schild Haus Freiburg
Schild Haus Marburg

 

Das pädagogische Konzept wird in diesem Schreiben - kurz und knapp - dargestellt,
es wurde im Januar 2013 erstellt:

Die Fertigstellung unseres G8-Erweiterungsbaus, der am 18.12. offiziell eingeweiht wird,
gibt uns nun endlich den Raum und die damit verbundenen Möglichkeiten,
das gemeinsame Lernen in unsrem Ganztagsgymnasium noch differenzierter und
individueller zu gestalten.
Dabei liegt es uns sehr am Herzen, dass alle Beteiligten Schule bewusst als gestaltbaren Lebensraum wahrnehmen und der Aspekt des Wohlfühlens in der Lernumgebung als wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Lernen erlebt wird.
Um dieser Herausforderung an uns als Ganztagsgymnasium zu begegnen, wollen wir ab Januar 2013 mit dem Konzept der „pädagogischen Häuser“ einen für uns alle neuen und sicherlich sehr spannenden Weg beschreiten.
So werden nun also künftig jeweils alle a-, b-, c-, und d-Klassen Jahrgangs übergreifend in vier verschiedenen Gebäudeabschnitten (=„Häusern“) nachbarschaftlich Klassenzimmer bewohnen und sich dabei auch lernend begegnen. Dabei sollen die Klassen ihren Saal von Jahrgang 5-9 nach Möglichkeit durchgehend behalten und die jedes Jahr neu dazu kommenden Schülerinnen und Schüler entsprechend integrieren.
Die vier Häuser, die nach den Studien- und Ausbildungsorten Hannah Arendts benannt sind (Haus Heidelberg, Haus Berlin, Haus Freiburg und Haus Marburg), werden jeweils von einem Hausleiter - Herrn Grehl, Frau Wolf, Frau Weiler und Herrn Strauß – und deren Co-Leitern betreut.
Mit dieser Art der Zusammenführung von Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersstufen in einzelne Häuser verfolgen wir pädagogische Ziele auf verschiedenen Ebenen:

  • Jeder ist Teil einer überschaubaren Gruppe mit konkreten Ansprechpartnern auf Lehrer- und Schülerebene. Der Zusammenhalt und der Umgang unter den Schülern wird durch gegenseitiges Helfen gefördert, Ältere kümmern sich um Jüngere, neue Kommunikationswege entstehen, Probleme können zupackender erkannt und gelöst werden.
  • Die persönliche Identifizierung mit der eigenen Schule wird gestärkt, jeder übernimmt  verstärkt Verantwortung für sich und andere und gestaltet seine Lernumgebung mit.
  • Für individuelle Bedürfnissen auf Klassen- und auf Schülerebene gibt es mehr Raum.
  • Der Schulalltag kann durch einen entspannteren Umgang miteinander ein Stück weit entschleunigt werden.
  • Die Hausleitungs-Teams haben einen konkreten Fokus, erhalten Einblicke und  Informationen und können so mit den Klassenleitungen ihrer Häuser sowie Häuser übergreifend kooperieren.

Das Hannah-Arendt-Gymnasium freut sich darauf, mit der neuen Raumsituation nun endlich ein pädagogisches Konzept realisieren zu können, das auf die Anforderungen an die Lerngegebenheiten unserer Schülerinnen und Schüler adäquater reagieren kann und das dem Zusammenleben im Ganztagsgymnasium eine neue Ausrichtung gibt.

Autor: Julian Scammell / Thomas Jung